1998 | Wenolthausen

Vorgeschichte

Die Vorgeschichte dieses Lagers beginnt schon vor dem Lager in Kall-Urft 1997, weil schon vorher das Ziel feststand. Diesmal hatten wir endlich früher gebucht, und es war ein tolles Haus, das wir da gefunden hatten: ein altes Rittergut im Sauerland, nur 150 km von zuhause entfernt und doch in einer anderen Welt.
Nun, schwierig war die Suche nach Betreuern und Kochfrauen. Tanja und Stephan konnten aus beruflichen Gründen nicht mehr mitfahren. Es hat einiges an Überzeugungsarbeit gekostet, dafür Judith und Ursula zu gewinnen, die im letzten Jahr noch Teilnehmerinnen waren.
Ebenso schwierig war die Suche nach Kochfrauen, und erst nach langem Zureden (und vielen, vielen Absagen!) sagten Änne Gottheil, Edith Velken und Monika Roling zu, uns "aus der Patsche" zu helfen. Edith musste vorzeitig nach Hause, weil sie einen runden Geburtstag zu feiern hatte, dafür kam dann Monika nach.
Der Rest der Vorbereitung lief wie gehabt: das Leiterteam - also immer noch siebenköpfig - traf sich alle paar Wochen und später alle paar Tage, um gemeinsam das Programm zu planen. Die finanzielle Abwicklung lag noch immer in den Händen des Pfarrbüros.

 

Das Lager

OK, wir waren früh dran in diesem Jahr, aber hätte es deswegen nicht trotzdem schön sein können? Warum nur musste es jeden Tag regnen, warum nur musste es so kalt sein, dass die paar Kinder, die sich überhaupt in den nahegelegenen Badesee trauten, blau anliefen?
Dabei war das Haus wirklich nicht schlecht. Große Schlafräume, hohe Räume, eine geräumige Küche. Gut, der Speiseraum war etwas klein, aber was solls. Und es gab keinen Betreuerraum, das war nicht so toll. Wir haben abends nur auf dem Flur gesessen, und dann wars immer ziemlich schnell vorbei mit dem gemütlichen Leiter-Teil des Tages.
Ansonsten hatten wir uns viel vorgenommen und so manches neue geplant: einen Thementag zum Beispiel: Ritter waren wir. Schwerter und Schilde wurden aus Holz gebaut, Kleidung aus alten Stoffen hergestellt und was sonst ein Postenlauf war, war hier ein Ritterturnier: mit Speerwerfen, Ringestechen und Tauziehen.
Ein Stationsspiel haben wir auch wieder gemacht, aber der geplante Abschluß mit Grillen am See fiel leider - wieder - ins Wasser. Durchnässt kamen die Kinder wieder nach Hause, aber dank unserer hervorragenden Kochfrauen war das auch kein Problem: die schon geschmierten Stullen wurden durch heiße Milch und Milchreis ergänzt, so dass alle sich wieder erholen konnten.
Alles in allem ein Lager, das ganz okay war, aber sicherlich an einigen Stellen noch verbessert werden konnte.

Erkenntnisse

Und so kommen wir zu den Erkenntnissen dieses Lagers:

  • Betreuerzahl
    Zahlenmäßig waren wir so viele Betreuer wie im letzten Jahr, aber diesmal war es zu wenig. Die Selbstversorgung brachte es mit sich, dass jeden Tag ein Betreuer einkaufen fahren musste. Außerdem war Heinz aufgrund eines Unfalls (vor dem Lager) nicht ganz einsatzfähig und musste einige Male zum Krankengymnasten.
  • Betreueralter
    Es war wohl nicht so eine gute Idee, Leute, die noch im letzten Jahr als Teilnehmer mit dabei waren, nun bereits als Leiter mitzunehmen. Dabei habe ich persönlich das Gefühl, dass es für die "Neuen" schwerer ist, jetzt gleichberechtigter Leiter sein zu sollen, als für die "Alten", die ehemaligen "Kinder" nun als Leiter zu behandeln. Ein bißchen Abstand ist wohl nicht verkehrt.
  • Kochfrauen
    Unsere Vermutung hatte sich bestätigt: dadurch, dass wir eigene Kochfrauen mithatten, war das Essen besser, die Absprache mit der Küche flexibler und das ganze auch noch billiger als mit Vollverpflegung.
  • eigene Unterkunft für die Kochfrauen

Wir hatten die Kochfrauen separat in einer Ferienwohnung untergebracht. Das war auch gut so, denn ich kann mir auch heute noch nicht vorstellen, wie die Damen es auf dem gleichen Flur mit den Kindern ausgehalten hätten - besonders wenn ich an die Situation der sanitären Anlagen denke...

 

(Peter Witte, 2000)