2000 | Kronenburg

Vorgeschichte

Ziemlich dumm gelaufen: erst nachdem wir aus Steckenborn wieder da waren, haben wir uns um ein Haus für das nächste Jahr gekümmert. Viele Selbstversorgerhäuser gibt es nicht in unserem Einzugsgebiet, und so mussten wir feststellen, dass diese auch schon anderweitig vermietet waren. Auf der anderen Seite reizte uns die Beschreibung dieses einen Hauses mit Vollverpflegung: das Schullandheim in Kronenburg (ja richtig: am Kronenburger See waren wir bereits von Kall-Urft 1997 aus gewesen!)
Das war frei, und als wir uns dieses Haus ansahen, waren wir einfach nur baff! Es war toll. Die Heimleiterin, Frau Esch, schien richtig in ihrer Aufgabe für die Sorge für das Haus aufzugehen. Ein großer Speiseraum mit Decken auf den Tischen, absolute Sauberkeit überall und ein herrlicher Ausblick über den Kronenburger See!!!
Nun also wieder Vollverpflegung, na gut, man kanns ja mal wieder riskieren. Unseren Kochfrauen wars übrigens recht so. Das Leiterteam blieb dafür fast gleich: Lediglich Bernd musste (Prüfung!) pausieren, dafür kam Judith, die 1998 bereits Leiterin war, wieder dazu.


Ansonsten lief auch diese Vorbereitung wie alle übrigen vorher. Allerdings fuhren wir im Vorfeld für zwei Wochen in die Eifel, um uns auf das Lager vorzubereiten. Auf dem Programm standen rechtliche, methodische und inhaltliche Fragen. In langen Diskussionen haben wir Grundsätzliches über den Umgang mit uns und den Kindern erörtert und unsere Erwartungen an die andern und an das Lager besprochen.
Eine Sache ist noch zu erwähnen: unser neuer Pastor Klaus Kemper wollte uns - wo er nicht komplett mitfahren konnte - doch wenigstens für einige Tage im Lager besuchen kommen. Diese Ankündigung löste bei einigen Leitern Besorgnis aus. Und in der Tat sollte auch nicht alles so glatt damit ablaufen...

Das Lager

Schon als wir losfuhren, sah es nach Regen aus, und später hat uns der Regen nie so recht verlassen. Wir hatten wirklich 10 Tage Regen am Stück, bevor wir in den letzten Tagen endlich doch noch die Sonne genießen konnten. Man kann es sich kaum vorstellen. Ich erinnere mich daran, wie glücklich ich war, nach einem Mittagessen nach draußen gehen zu können, um dort benutzte Pinsel sauber machen zu können, bei so etwas wie warmer Mittagssonne.
Durch das schlechte Wetter bedingt waren unsere Qualitäten als Programmplaner natürlich in besonderer Weise gefordert. Tatsächlich mussten wir auch auf die "Eiserne Reserve" zurückgreifen, jene Spiele, die wir lieber nicht gespielt hätten, weil sie mittlerweile einfach abgedroschen waren. Aber was blieb uns übrig: Schwimmen im See und Wasserolympiaden, Fußballspielen draußen und alle diese Dinge konnten wir nicht durchführen.
Trotzdem war die Stimmung durchweg gut in diesem Lager! Wir haben uns immer wieder gefragt, woran das lag, aber so recht wussten wir es nicht. Gut, wir sind trotz Regens jeden Tag nach draußen gegangen, dann eben im Regen gewandert, Hauptsache frische Luft! Außerdem war das Essen hervorragend. Jeden zweiten Tag gab es sogar abends noch etwas warmes. Mehr als einmal versuchte die Heimleiterin, mit besonderem Essen für das Wetter zu entschädigen (obwohl sie da ja nun auch nichts für konnte). Vielleicht leistete auch unsere Erfahrung als Leiter ihren Beitrag. Und vielleicht lag es auch an so einigen neuen Spiel- und Programmideen, die wir vorbereitet hatten. Wir wissen es nicht. Fest steht, dass nach Schwierigkeiten in der ersten Nacht eigentlich nie mehr großartige Probleme auftraten.
Und ich muss das auch mal betonen: zum ersten (!) Mal musste kein Kind im Krankenhaus übernachten!!! Auch die Arztbesuche hielten sich dieses Jahr in sehr engen Grenzen.
Einmal wäre es aber doch fast zu einem Unglück gekommen: ich habe Blut und Wasser geschwitzt, als wir in den belgischen Höhlen von Remouchamps waren. Mit zwei Booten fuhren wir (mit Führern 54 Personen) durch die Höhlen. Nur eine Handbreit trennte den oberen Bootsrand vom Wasserspiegel. Frau Esch sagte später, diese Boote seien für 10 Erwachsene oder 12 Kinder zugelassen... Glück gehabt!!!

Erkenntnisse

Was ist also festzuhalten für die Zukunft?

  • Regenprogramm
    Noch mehr als bisher müssen wir dahin kommen, Ausweichprogramm vorzubereiten, das zur Not mal schnell hervorgeholt werden kann, wenn uns das Wetter im Stich lässt.
  • Leiter müssen sich verstehen
    Leider mussten wir auch aus diesem Lager lernen, dass es nicht mit jedem Team passt. Wenn einige Leiter querschießen, dann hilft nichts, es wirkt sich auf das Klima im Team aus.
  • Besuch von außen
    Wie schon gesagt, hat der Pastor uns für drei Tage besucht. Zunächst wollte er noch zwei Messdiener mitbringen, um denen was Gutes zu tun. Nur mit sehr deutlichen Worten konnten wir ihn davon abhalten. (Nachträglich hat er es auch verstanden). Aber auch der Besuch des Pastors selbst hat einiges durcheinander gebracht. Für die Zukunft ist das auf jeden Fall vorher genau abzusprechen.


(Peter Witte)