2002 | Woffelsbach

Vorgeschichte

Nur zwei Dinge zur Vorgeschichte, denn es war natürlich klar, dass wir auch 2002 wieder ins Sommerferienlager fahren würden:
Also erstens: wir hatten uns wieder etwas spät auf die Suche nach einem Haus gemacht, nämlich erst nach den Sommerferien 2001. Und wir waren uns einig, es doch nochmal in Steckenborn zu versuchen. Das hat auch geklappt und wir hatten den Vertrag schon zurückgeschickt. Da erfuhren wir, dass dem selben Träger ein Haus in Woffelsbach, nur wenige Kilometer von Steckenborn entfernt, gehört, dass um einiges größer ist. Wir also nix wie hin und besichtigen! Dann fiel uns die Entscheidung aber trotzdem noch schwer, alles hat seine Vor- und Nachteile. Aber letztendlich sind wir froh, nicht wieder nach Steckenborn gefahren zu sein: die Erwartungen wären zu groß gewesen, und wir hätten 2002 immer mit 1999 verglichen.
Ein zweites: Im Leiterteam stieg Eileen wieder ein, nachdem sie in 2001 leider nicht mitfahren (durfte). So waren wir jetzt 10 Betreuer. Kurz vor dem Lager stellte sich dann heraus, dass Matthias aus betrieblichen Gründen doch keinen Urlaub bekommen konnte. Da waren wir wieder 9. (Aber immerhin hat Bumsi uns für ein Wochenende besucht!)

 

Das Lager

Wenn man sich später, in vielen Jahren, an die heutige Zeit erinnert, dann bleibt vor allem das Außergewöhnliche - Menschen, Begebenheiten, Dinge - im Gedächtnis. Das sind unsere Erinnerungen, ein kostbarer Schatz.
Ein Ferienlager ist etwas Außergewöhnliches, und ich bin sicher, ich werde mich auch als älterer Herr noch gut an jedes einzelne, und so auch an das diesjährige erinnern. Ich schreibe diesen Bericht heute am 15. Dezember, also etwa viereinhalb Monate nach unserer Rückkehr. Viele Bilder uns Szenen habe ich noch im Kopf, als wären sie erst vorige Woche passiert. Nicht alle kann ich hier aufzählen, und ich will es auch gar nicht. Aber was ich hier erzähle, ist eben ein Teil meiner Erinnerung, auf dass sich jeder von euch seine eigenen Erinnerungen erhält...
Für mich begann das Lager einen Tag eher als für die anderen: bereits am Freitag bin ich mit unseren Kochfrauen Thea und Ute in die Eifel gefahren, damit wir am Samstagmorgen in Ruhe im Haus einchecken und schonmal einkaufen konnten. Die beiden waren wieder extern untergebracht, in einer kleinen Pension im Ort. Auch ich habe die erste Nacht dort verbracht und wurde von der - älteren - Wirtin für den Pastor gehalten... Wir hatten einen netten Abend und auch am nächsten Morgen kaum Stress: zwar konnten wir nicht so früh wie erwartet und gehofft in das Haus, aber dafür kam der Bus aus Holtwick auch entsprechend später (der Busfahrer hat sich "verfahren" (wers glaubt)). Wieder mal war damit der erste Nachmittag vergurkt. Essen, paar Spiele, Lagerregeln, das wars. Also, für den Start müssen wir uns echt noch was einfallen lassen. Immerhin gabs am Abend (am späten Abend!) wieder das Feuerwerk vom "Rursee in Flammen", schließlich hatte Manuel F. Geburtstag ("Hat euch das Feuerwerk viel gekostet?"). Wir haben uns übrigens ziemlich schnell eingelebt in Woffelsbach: das Leiterzimmer wurde erstmal passend ausgestattet mit Sofas und Sesseln für alle Betreuer, mit Mülltüten (sehr wichtig!) und der Kühlschrank wurde mit Getränken (Vitamalz, Gerolsteiner u.ä.) bestückt. (Wir hätten übrigens fast vergessen, Getränke zu kaufen - ein Nachteil, wenn man samstags spät ankommt). Im "Kiosk" haben wir unsere mitgebrachten Regale aufgebaut (darauf bin ich immer noch stolz wie Oskar). Endlich waren die Materialien einigermaßen griffbereit!
Tja, so war das am Anfang. Bereits in der ersten Nacht hatten wir ein Heimwehproblem: ob es Nina Nurz oder Lisa Lang war - das weiß ich nicht mehr, die beiden Zwillinge (extra für dich, Vördel!) haben uns aber das ganze Lager über beschäftigt (und zwar meistens im positiven Sinne). Dieses Heimweh ging übrigens vorüber, nicht aber das von Julia und Jennifer, die zusammen- aber auch dichthielten, so dass wir ihnen leider nicht helfen konnten - am Montagabend fuhren sie wieder nach Hause. Nicht helfen zu können ist eine der bittersten Erfahrungen im Ferienlager...
Aber weiter: die ersten Tage war es recht kühl, am Dienstag waren wir in Rurberg, und da wir versprochen hatten, bei gutem Wetter ins Freibad zu gehen, führte da nun auch kein Weg dran vorbei. Zum Glück wollten nicht alle (die Preise waren astronomisch!!!), und es war - wie gesagt - saukalt, aber was uns nicht umbringt, härtet uns ab. (Wie kalt war es denn? Nun, sagen wir mal so: wir waren die einzigen Gäste, die reguläre Kasse war nicht besetzt, und der Bademeister war mit Plattenlegen an der Rutsche beschäftigt - mitten in der Hauptsaison. Es war kalt.) Bezeichnenderweise hat dieses Baden keine gesundheitliche Beeinträchtigung nach sich gezogen, ganz anders als am darauffolgenden Sonntag, als wir spontan das nun hervorragende Wetter nutzten und wieder ins Freibad gingen: So mancher hat sich ein Andenken an diesen Tag in Form eines schönen roten Sonnenbrandes auf dem ganzen Rücken mitgenommen. Aber warum auch auf die Leiter hören, wenn die daran erinnern, sich einzucremen... Ich bin ja so klein, da wird mich die Sonne schon nicht erwischen. Manchmal wünsche ich mir, die Kinder würden etwas besser zuhören und sich dann auch trauen, uns zu fragen, wenn sie z. B. selber keine Creme haben... Was glauben die eigentlich, wozu wir da sind?
Am Samstag war übrigens auch schon gutes Wetter, so dass wir mit den am Haus vorhandenen Booten auf dem Rursee paddeln konnten. Der eine oder die andere hat dabei auch seinen persönlichen Untergang erlebt... Aber zum Glück nur in flachen Wassern. Was sich jetzt so sorglos anhört, hat uns im Vorhinein schon ziemlich beschäftigt: aber wir hatten die Einverständniserklärung von allen Eltern, Schwimmwesten und die Beaufsichtigung durch ein Team der DLRG (danke nochmal an euch, aber ihr hättet uns auch ruhig was von eurem Spanferkel abgeben können!). Für viele Kinder war es das erste Mal und für die allermeisten ein großer Spaß.
Apropos Spaß: den hatten wir natürlich auch bei den unzähligen Spielen: beim VIP-Spiel mit Chauffeur, bei Risiko und bei der Singleshow. Weniger vielleicht bei Birne & Zwiebel (das hoffentlich NIE WIEDER in unserem Lager gespielt werden wird!!!) und beim Lagergericht, mehr dafür beim Aufsatz eines gewissen MdI. Ein Erlebnis soll die Zweitageswanderung für die 12 oder 14 Teilnehmer gewesen sein: Ziel war wieder Rohren bei Monschau, zumindest das haben wir aus 1999 übernommen. Spaß hatten besonders wir Leiter beim Chaosspiel, das wir im Konzept etwas verändert haben. Aber nächstes Jahr muss das wieder pausieren. Ach, ich will gar nicht mehr aufzählen, was wir an Programm gemacht haben, eher ein paar kleine Begebenheiten:
Da war Anja SE, Vertreterin einer Familie, die seit 1996 immer ein Kind bei uns mitfahren lässt: Anja ist 10 und immer gut drauf. Sie zog aus einem Zimmer in ein anderes, um den dortigen Mädchen eine Freude zu machen, nachdem Jenni und Julia abgereist waren.
Da war Stocki, im zweiten Jahr Leiterin: Man hatte das Gefühl, im letzten Jahr hat sie sich erstmal umgesehen, um dann in diesem Jahr so richtig mitzumischen. Stocki, ich bin mächtig stolz auf dich!
Dann war da noch Christoph. Der Lagersprecher. Er hat seine Sache sehr gut gemacht. Einmal fragte er mich, ob er mir noch einen Gefallen tun könnte. Ich sagte ihm etwas nicht ganz einfaches - aber er hat sich darum gekümmert.
Antonius fällt mir ein: in Steckenborn war er zum ersten Mal dabei. Damals war er so still, dass wir fest damit rechneten, dass er sich nicht wieder anmelden würde. Aber er blieb dabei und ist - wie sein ganzes Zimmer - "der Verantwortung der Ältesten" sehr gerecht geworden.
Ich denke an Alexander und Matthias, und daran, dass wir uns um sie vielleicht nicht ganz genug gekümmert haben... Die beiden waren eher still, und damit fallen sie nicht immer auf.
Ja, es gibt solche und solche, aber im großen und ganzen war es eine tolle Truppe in diesem Jahr! Die Mitarbeit war top, brauchte man jemanden zum Aufbauen oder Aufräumen, nie war es ein großes Problem. In meinen Augen war Woffelsbach 2002 unser bestes Ferienlager!


(Peter Witte)